Freies Wort: "Mauer im Kopf"
09.01.2008: Projekt der Offenen Arbeit Meiningen beim 3. Jugendgeschichtstag in Erfurt
Meiningen. "Mauer im Kopf - Begegnungen zwischen der kirchlichen und offenen Jugendarbeit der DDR und dem Ministerium für Staatssicherheit" heißt das Projekt, mit dem Meininger Jugendliche der Offenen Arbeit der evangelischen Kirche jüngst beim 3. Thüringer Jugendgeschichtstag in Erfurt präsent waren.
Insgesamt 60 Projektanträge zur regionalen Zeitgeschichte wurden in diesem Jahr in Thüringen gestellt. 20 von ihnen erhielten eine Förderung über 1100 Euro von der Stiftung Demokratische Jugend. Darunter das Projekt des evangelischen Jugendkellers im Rahmen der Offenen Arbeit Meiningen und der Evangelischen Jugend Thüringen. Unterstützung fanden die jungen Leute bei engagierten Zeitzeugen, die in intensiven Gesprächen den Heranwachsenden die schwierige Situation der damaligen Jugendarbeit anschaulich schilderten. "Besonders berührten uns die persönlichen und emotionalen Erfahrungsberichte, die den Konflikt zwischen Kirche und Staat veranschaulichten", so Diakon Frank Schnabel, Jugendsozialarbeiter für offene Jugendarbeit. "Die damalige DDR-Jugend konnte sich nicht mit dem Staat identifizieren, so die Zeitzeugen. Sie verlangte jedoch nicht die Abschaffung des Staates, sondern setzte sich für eine Humanisierung der Lebensverhältnisse ein." Das Meininger Projekt "Mauer im Kopf" bot den Jugendlichen der Offenen Arbeit Einblicke in die Geschichte ihrer Region und das Leben in der Generation ihrer Eltern.
Fallbeispiele ließen das Projekt - dargeboten und aufgearbeitet in Wort und Bild auf mehreren Schautafeln - nachvollziehbar transparent erscheinen. Das Ausmaß der Überwachung der Jugendarbeit in Meiningen zu DDR-Zeiten konnten die Besucher des Geschichtstages an einem Glas mit 8000 Erbsen ersehen: Jede Erbse stellte ein A4-Blatt aus den bekannten Stasi-Akten von Ulrich Töpfer dar.


