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Junge Frauen wandern ab!

01.06.2007: Neue Studie belegt europaweit einzigartigen Männerüberschuss in Ostdeutschland

In Evaluationsstudien und Erfahrungsberichten aus der Arbeit der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen"(siehe z.B. Studie "Menschen für Sachsen-Anhalt von Prof. Dr. Christiane Dienel) wurde es schon thematisiert: Es sind die jungen, gebildeten Frauen, die zunehmend den Osten Deutschlands verlassen. Nun belegt auch die neue Studie "Not am Mann" des Berlin Instituts diese bereits aufgezeigte Abwanderungstendenz und deutet auf die langfristigen und dramatischen Folgen für die "Frauenlosen" Regionen hin.

Aus der Kurzfassung der Studie:

Seit dem Fall der Mauer haben über 1,5 Millionen Menschen ihre alte Heimat in den neuen Bundesländern verlassen — rund zehn Prozent der Bevölkerung zum Ende der DDR-Ära. Gegangen sind vor allem junge, qualifizierte und weibliche Personen. In der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen fehlen insbesondere in den entlegenen, wirtschafts- und strukturschwachen Regionen die jungen Frauen. Entsprechend herrscht dort ein Männerüberschuss von 25 Prozent und mehr. Diese Frauendefizite sind europaweit ohne Beispiel. Selbst Polarkreisregionen im Norden Schwedens und Finnlands, die seit langem unter der Landflucht speziell von jungen Frauen leiden, reichen an ostdeutsche Werte nicht heran.

Die Autoren der Studie "Not am Mann" sehen in dem Bildungsvorsprung von jungen Frauen den Hauptgrund für deren überproportionale Abwanderung: Die besseren Leistungen der Schülerinnen, die bundesweit zu beobachten sind, treten im Osten Deutschlands — und dort vor allem in den wirtschaftsschwachen Gebieten — deutlicher zutage. Da junge Frauen bessere Zeugnisse vorweisen können als ihre männlichen Altersgenossen, haben sie es anderenorts leichter, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden.

Die Folgen für die betroffenen Regionen gehen weit über den reinen Verlust an Bewohnerinnen hinaus. So fehlen aufgrund der Frauenabwanderung in den neuen Bundesländern rund 100.000 Kinder. Das Fortgehen der jungen Frauen beschleunigt auch den wirtschaftlichen und sozialen Erosionsprozess. Während sich die Mädchen schon in der Schule durch gute Leistungen auf eine mögliche spätere Abwanderung vorbereiten, fallen die Jungen weiter zurück — vermutlich, weil sie sich durch die im Umfeld verbreitete Arbeitslosigkeit unter den überzähligen jungen Männern weiter entmutigen lassen...

Lesen Sie hier die komplette Studie




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