Junge Gemeinde Zossen erinnert im Rahmen eines Zeitensprünge-Projekts an die Wünsdorfer Widerständler des 20. Juli 1944
28.03.2007: Die Märkische Allgemeine berichtet.
Laut ist es im Atelier des Bildhauers Sam C. Ahrens in Mellensee und staubig. Mit Schutzanzügen, -brillen, Hammer und Meißel ausgestattet klopfen sechs junge Zossener die Gipsverschalungen von mehreren zehn bis 45 Kilogramm schweren Betonteilen ab. Bei näherem Betrachten nimmt der Beton Formen an - Formen von Büchern und Ordnern. Deutlich ist auf einigen der Reichsadler zu erkennen. "Es geht um die so genannten Zossener Akten", sagt Wiebke Kunkel. "Sie sind Teil eines Denkmals, das wir am 9. April vor dem Gutenberghaus in der Wünsdorfer Bücherstadt enthüllen werden."
Jugendliche der Evangelischen Kirche Zossen haben sich auf die Spuren jener Widerständler des 20. Juli 1944 begeben, die im Wünsdorfer Oberkommando des Heeres wirkten. Mit dieser Forschungsarbeit beteiligten sie sich am brandenburgweiten Projekt "Zeitensprünge". Die Zossener Akten beinhalteten Unterlagen zum Umsturz des Hitlerregimes und Beweismittel für die Verbrechen der Nazis. Die Gestapo fand diese 1944 im Panzerschrank von Abwehrchef Wilhelm Canaris in einem der Wünsdorfer Bunker. Die Entdeckung lieferte Dietrich Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi und andere den Hitlerschergen aus.


