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Abwanderungsrekord

25.10.2006: Aktueller Pressespiegel

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben im vergangenen Jahr mehr Deutsche das Land verlassen als hierher zurückgekehrt sind. Hauptgrund für den Auswanderungsstrom: die Arbeitslosigkeit. Immer mehr Menschen packen ihre Koffer, um einen Neuanfang im Ausland zu wagen. Gelockt werden sie durch attraktivere Angebote und bessere Bezahlung. Die deutsche Wirtschaft beobachtet diesen Trend mit zunehmender Sorge.

Anfang Juli hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr rund 145 000 Deutsche ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben. Das war nach Angaben der Statistiker die höchste registrierte Abwanderung von Deutschen seit 1950.
Aus Sicht von Ludwig Georg Braun, dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), ist eine zentrale Ursache dieses Phänomens, dass andere Länder oft bessere Standortbedingungen als Deutschland haben. Die hohen Steuern und Sozialabgaben, ein nahezu undurchlässiger Arbeitsmarkt und Defizite in der Bildungs- und Betreuungs-Infrastruktur stellten erhebliche Standortnachteile dar. Weit mehr als die Hälfte der Emigranten sind jünger als 35 Jahre.
Die Äußerungen Brauns haben heftige Reaktionen im Kreis der Politik und Wirtschaft hervorgerufen. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jörg Tauss, wies Brauns Vorwürfe als "Frechheit" zurück und warf umgekehrt der Wirtschaft vor, sie könne qualifizierten Kräften keine Arbeitsplätze bieten.

Aktuelle Nachrichten zur Abwanderungsdiskussion aus den Medien

N24: Politik gibt Industrie Schuld an Abwanderung
Spiegel: DIHK schlägt Alarm
Focus: Abwanderung auf Rekordhoch
Süddeutsche Zeitung: Höchste Abwanderung seit 1954
Mitteldeutsche Zeitung: DIHK sorgt sich um Deutschland

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