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08.02.2012: Fachtagung: Jugendbeteiligung in Brandenburger Kommunen in Potsdam

03.03.2012: Preisverleihung Jugendengagement-wettbewerb 2011/2012

12.03.2012: Vorankündigung: Tagung „Ja. Nein. Vielleicht. Wege zur Aktivierung von Kindern und Jugendlichen“

21.03.2012: Workshop "Ländliches Kinder- und Jugendleben zwischen Sozialraumschwund und Regionalisierungssog"

Fünf-Länder-Konferenz zu Jugendverbandsarbeit und Abwanderung

21.12.2005: Die Abwanderung von jungen Menschen ist auch für die Jugendverbandsarbeit in den neuen Bundesländern eines der zentralen Problemfelder.

  

Konferenzteilnehmer

 

Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus den Jugendverbänden der fünf Bundesländer kamen deshalb am 12. und 13. Dezember in der sächsischen Landeshauptstadt zusammen, um die Auswirkungen der Abwanderung junger Menschen auf ihre Arbeit zu diskutieren und die daraus erwachsenden Anforderungen gemeinsam zur Sprache zu bringen.

Die Fachkonferenz "Jugend zieht - ... mit, um, aus, an, durch, zurück ..." wurde als gemeinsame Veranstaltung der fünf ostdeutschen Landesjugendringe und der Stiftung Demokratische Jugend auf Einladung des Kinder- und Jugendrings Sachsen veranstaltet und durch das Bundesjugendministerium unterstützt.

  
 

Andreas Pautzke

Andreas Pautzke von der Stiftung Demokratische Jugend stellte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit heraus, dieses alle Jugendverbände betreffende Problem gemeinsam zu analysieren und länderübergreifend Ideen zu entwickeln, wie Jugendliche im Ehrenamt gehalten werden können und wie die Angebote der Jugendverbandsarbeit an die sich verändernde Lebenswelt der Jugendlichen angepasst werden können.

Ein Praxisbericht von Christina Klaus, Jugendreferentin der Katholischen Jugendseelsorge in Zittau, rückte besonders das Thema der Abwanderung junger Frauen in den Blickpunkt.

  

Prof. Dr. Christiane Dienel

 

Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Christiane Dienel von der Hochschule Magdeburg-Stendal stellte als ein zentrales Ergebnis ihrer Studie zum Thema Abwanderung, Geburtenentwicklung und Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt heraus, dass die Förderung bürgerschaftlichen Engagements insgesamt zu einer Erhöhung der Lebensqualität vor Ort führen und letztendlich auch Einfluss auf die Rückwanderungsentscheidung nehmen würde.

  
 

Arbeitsgruppe

An den zwei Konferenztagen wurden in fünf thematischen Arbeitsgruppen die Auswirkungen der Abwanderung junger Menschen auf Bereiche wie Ehrenamt, Heimatbindung, Perspektiventwicklung sowie Attraktivität der ländlichen und städtischen Sozialräume diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass viele Jugendliche auf Grund der Zentralisierung von Schulstandorten oftmals nicht mehr die Zeit finden würden, sich in der Woche ehrenamtlich zu engagieren und Jugendverbandsarbeit sich aus diesem Grund verstärkt auf das Wochenende konzentrieren muss. Außerdem wurde festgestellt, dass gerade in den strukturschwachen Räumen bewährte Formen der Jugendarbeit kaum noch aufrechterhalten werden könnten und dass insgesamt über neue Strategien zur Einbindung junger Menschen in die Jugendverbandsarbeit nachgedacht werden müsse.

  

Ideensammlung aus den Arbeitsgruppen

 

Der Jugendverbandsarbeit kommt in diesem Problemfeld eine wichtige Rolle zu, darin waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Verstärkt sollten aus diesem Grund Modelle entwickelt werden, die flexibler und nachhaltiger auf die lokalen und regionalen Gegebenheiten in den Verbänden, aber auch auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten sind. Einen guten Ansatz hierfür vermittelte das durch Tillmann Schröder vorgestellte aktuelle Projekt zur Praxisentwicklung in der Evangelischen Jugend Brandenburgs, mit dem den veränderten Rahmenbedingungen für die kirchliche Jugendarbeit begegnet werden soll.

  
 

Herr Udo Kollenberg vom Bundesjugendministerium

Udo Kollenberg vom Bundesjugendministerium informierte in der abschließenden Podiumsdiskussion darüber, dass die Bundesregierung auf soziale Standortfaktoren setzt, um junge Menschen in den Regionen zu halten. Im Koalitionsvertrag ist deshalb vereinbart worden, hierzu Modellprojekte in den neuen Ländern zu fördern, um dem Wegzug von jungen Menschen entgegenzuwirken und die Rückkehr in ihre Heimatregionen zu unterstützen. Die Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes soll zudem daraufhin geprüft werden, ob sie der besonderen Situation der Jugendlichen in Ostdeutschland entspricht. Damit soll zu verbesserten Voraussetzungen beigetragen werden, unter denen Jugendlichen ein Verbleib in ihrer Heimatregion in Ausbildung und bei Berufsaufnahme möglich ist.

  

Karl Ludwig Ihmels im Gespräch mit Wennemar Scherrer und Thomas Emmrich

 

Insgesamt ist es mit der Fachkonferenz gelungen, in den Jugendverbänden Diskussionsprozesse über die sich aus der Abwanderung ergebenden Anforderung an die Arbeit der Verbände in Gang zu setzen.

Aus unterschiedlichen Regionen und Verbänden haben sich alte und neue Kooperationspartner zusammengefunden, die nun gemeinsam neue Wege gehen und mithelfen können, Perspektiven für die jungen Menschen im Land zu entwickeln.


Corax, das Magazin für Kinder- und Jugendarbeit, berichtet in der Ausgabe 12/2005 über die Fachtagung "Jugend zieht...". Wer Interesse hat, kann diese Ausgabe auch als PDF downloaden unter: www.rabenstueck.de/




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