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31.05.2012: Die Stiftung Demokratische Jugend lädt herzlich ein zur öffentlichen Anhörung zur Jugendarbeit in Ostdeutschland



Verbund Rück- und Zuwanderung

"Engagementförderung braucht Kontinuität"

16.05.2006: Bericht zur bundesweiten Fachtagung "Demokratiepotenziale im Gemeinwesen"

  
 

Projektmesse im Foyer

Vom 9. bis 12. Mai 2006 fand im Umweltforum Berlin die bundesweite Fachtagung und Fortbildung "Demokratiepotenziale im Gemeinwesen statt. Mehr als 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet diskutierten die Themen Engagementförderung, Gemeinwesenaktivierung und demokratische Entwicklungsprozesse in verschiedenen Foren und Gesprächsrunden. Für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sprach Ingrid Barbara Simon, Leiterin der Unterabteilung "Kinder und Jugend", die Begrüßungsworte, in denen sie das Engagement der zahlreichen Projekte für Toleranz und Demokratie würdigte. Ebenso lobte sie die vielen modellhaften Ideen, die im Rahmen des Bundesaktionsprogramms "Aktiv gegen Hass" ausprobiert wurden.
Organisiert wurde die Fachtagung von der Servicestelle CIVITAS bei der Stiftung Demokratische Jugend in Kooperation mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE).

Einer der Höhepunkte der Tagung war die Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis rund um das Thema Rahmenbedingungen für Bürgerschaftliches Engagement. "Lösungen finden statt Probleme nennen" war das Motto der Diskussion. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Podium zeigten sich bemüht, Antworten zu bieten.

  

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer

 

Unsere Gesellschaft befinde sich noch in einer "Lernzeit für das Engagement in der Zivilgesellschaft" - mit dieser Beschreibung der aktuellen Situation eröffnete Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld die Gesprächsrunde. Er kritisierte, dass es in Deutschland noch an einer konstruktiven Debattenkultur fehle und forderte die öffentliche Auseinandersetzung, besonders auf politischer Ebene.

In der Hauptsache wandten sich die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer der Frage zu, welche Schlüssel denn zur Erschließung von Demokratiepotenzialen notwendig seien. Die Antworten darauf waren vielseitig und praxisbezogen. Prof. Dr. Thomas Olk, Vorsitzender des Sprecherrats des BBE, sprach sich für eine Engagementpolitik auf Bundesebene aus: "Die Politik traut der Zivilgesellschaft viel zu wenig zu. Bürgerschaftliches Engagement wird viel zu oft als Gutmenschentum abgehandelt. Wir brauchen endlich ein positives Bild von Engagement."

Unterstützend fügte Dr. Alexander Thumfart von der Universität Erfurt hinzu: "Wenn Engagement als etwas Positives wahrgenommen wird und Personen gestärkt und mit einem erfolgreichen Bild von Engagement auf Menschen treffen, wird sich die Lust auf Engagement einfacher herausfordern lassen". Weitere Schlüssel seien aber auch Dynamik und Kontinuität, so Prof. Dr. Leo Penta, Professor für Gemeinwesenarbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin. "Es fehlt an Dynamik, auf Menschen zuzugehen, Beziehungen zu knüpfen und durch ein Miteinander Konflikte zu lösen. Und es fehlt an Kontinuität in der Förderung von Engagement - auch durch bezahlte Fachkräfte." Er betonte außerdem, dass durch den Wegfall von Bundesprogrammen wie CIVITAS diese wichtige Kontinuität gebrochen würde und jegliche Handlungsfelder, die sich gerade erst entwickelten, wieder enorm eingeschränkt würden.

  
 

Podiumsteilnehmer

Dass es unerlässlich sein wird, einen stärkeren Fokus auf Kindertagesstätten als Neue Lernorte zu richten, war Inhalt des Lösungsvorschlages von Dr. Ulrike Schumacher, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der Technischen Universität Berlin. Sie schlug vor: "Kitas als Neue Lernorte sind eine Kompetenzenschmiede - auch oder gerade für Engagement. Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob nicht auch auf einer sinnlichen Ebene - also über Musik, Handwerk, Kunst - Lust auf Engagement und Mitmachen gestärkt werden kann."

Als Teilnehmer aus einem CIVITAS - geförderten Projekt sprach der Projektleiter der Netzwerkstelle Märkisch-Oderland, Steffen Adam, die klare Verantwortung in den Kommunen an. Die Strukturen vor Ort müssen gestärkt und die Kompetenzen der Kommunalpolitiker bezüglich der Engagementförderung erweitert werden. Er fügte hinzu, dass die vielen Menschen, die von CIVITAS oder anderen Projekten profitierten, die Chance wahrnehmen sollten, die positive Verbindung von Engagement und Eigeninteresse in den Ort zu tragen.

Mit einem klaren Wunsch an die Zukunft beendete Steffen Adam schließlich die Gesprächsrunde. "In allen Ämtern gibt es heute Lotsen, die einen beraten und helfen, ermutigen und unterstützen. Ich wünsche mir Lotsendienste für ehrenamtliches Engagement."

Text: Kerstin Müller (Servicestelle CIVITAS)

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