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Ganz nah dran: Zeitenspringer bei der Arbeit

Teil 4: Zurück in die Arbeitswelt von früher

(Text/Fotos: Ricardo Glaser)

Der Himmel in Pirna ist Wolkenverhangen an diesem Montagabend. Die Jugendlichen Zeitenspringer des Jugendclubs Hanno in Pirna empfangen zwei Zeitzeugen, die ihnen Informationen und Auskunft zu Ihrem Forschungsthema geben wollen und können.

  

Es ist 17.30 Uhr im Arbeitsraum des Teams, Herr Reichelt und Herr Albrecht sind bereits vor Ort und gespannt darauf, was die Jugendlichen erforschen wollen. Ganz besonders interessiert sie, wieso junge Menschen sich mit der Geschichte eines Betriebs befassen, dessen Reste kaum noch erkennbar und dessen Grundstücke zum Großteil durch ein neues Krankenhaus genutzt werden.

Maria und Irina fangen pünktlich mit der Präsentation des Projekts und des aktuellen Arbeitsstands an. "Wir sind acht Zeitenspringer und wollen etwas über die Strömung in Erfahrung bringen" erzählt Irina. Der VEB Strömungsbau hatte früher etwa 2000 Beschäftigte, erfahren die Gäste. Das Projekt trägt den Titel "Geschichten rund um die Strömung - ein DDR Betrieb und dessen Bedeutung für die Stadt Pirna".

  

"Warum erforscht ihr die Geschichte unseres Betriebs?" will Herr Albrecht, ein ehemaliger Mitarbeiter in der Entwicklung wissen. Die Intention der meisten Jugendlichen, die an diesem "Zeitensprünge" Projekt teilnehmen, bringt Maria auf den Punkt: "Weil unsere Eltern und Großeltern dort gearbeitet haben und wir wissen wollen, wie das Leben und Arbeiten in der DDR war". Bis jetzt haben die Jugendlichen drei Zeitzeugengespräche führen können, haben im Internet und in städtischen Archiven recherchiert, konnten das alte Brigadebuch und die Betriebszeitung einsehen. "Da die Strömung zu DDR-Zeiten eine hohe Sicherheitsstufe hatte, existieren praktisch keine Fotos" berichtet Irina. "Wir können uns nur auf die Aussagen der Beschäftigten und die Betriebszeitung stützen." Das was Zeitzeuge Reichelt vom Betrieb in seinem privaten Archiv gesammelt hatte, wurde in weiten Teilen ein Opfer der Flut an der Elbe vor fünf Jahren.

Nach einem kleinen Projekt-Ausblick auf die nächsten Wochen, wollen die Jugendlichen nun endlich den Zeitzeugen Herrn Reichelt interviewen. Dazu werden der Zeitzeuge, die Jugendlichen und die Kamera im Kleinbus verstaut und alle fahren zum Gelände der "Strömung", wo sich ein denkmalgeschützter ehemaliger Kultur- und Speisesaal des Betriebs bis heute gehalten hat.

  

Conny und Lars proben den Umgang mit der Technik und haben rasend schnell ein improvisiertes Filmstudio errichtet. Herr Reichelt erteilt auf alle Fragen der jungen Leute geduldig Auskunft und wird dabei von seinem Begleiter Herrn Albrecht tatkräftig unterstützt. "Wie war die Zusammenarbeit im Betrieb? Was war Ihre schönste Erfahrung und was Ihre größte Niederlage? Was gab es neben der Arbeit für Veranstaltungen" sind nur einige der vielen Fragen, die die jungen Leute an Herrn Reichelt hatten.

  

Am Ende des Interviews erhalten die jungen Leute noch einen Tipp von Herrn Reichelt: "Fragt unbedingt den Herrn Altenburger, der wohnt jetzt in Gohrisch, der recherchiert seit Jahren zu Kulturangeboten, zum Betriebskindergarten und den Versorgungsbetrieben".

  

Letztlich sind alle glücklich über die neuen Informationen und haben wieder einen neuen Anhaltspunkt für die weitere Arbeit gefunden. Auch einen Paten wollen die Zeitenspringerinnen und Zeitenspringer für ihr Projekt noch gewinnen. Dazu haben sie das neue Krankenhaus auf dem Gelände der "Strömung" angefragt und bisher zumindest grünes Licht für die geplante Ausstellung erhalten, die in den Räumen des Krankenhauses erfolgen kann.

Ein interessanter Tag geht zu Ende. Wir wünschen dem Projekt viel Erfolg bei der weiteren Erforschung ihrer Heimatgeschichte.

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